Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

in der kommenden Woche werde ich mir im Rahmen einer Italien-Dienstreise selbst ein Bild von der politischen Lage und den Fortschritten bei der Regierungsbildung machen. Aus diesem Grund wird der nächste Newsletter erst wieder am 17. Mai erscheinen.


Ihr Klaus Stopp

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
3. Mai 2018
 
 
 
 
Vorsicht ist die Mutter der EZB-Kiste
 
 
 
Aufstand der Lords
 
 
 
Hellas braucht weiterhin milliardenschwere Krücken
 
 
 
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
 
 
 
China und seine Schulden
 
 
 
Corporate Bonds: Rolls Royce nutzt die Gunst der Stunde
 
 
 
ÜBERBLICK NEUE UNTERNEHMENSANLEIHEN
 
 
 
MARKTDATEN AKTUELL
 
 
 
Euro-Bund-Future: Sell in May and go away?
 
 
 
Aktuelle Marktentwicklung
 
 
 
Neuemissionen: Verschnaufpause in den USA
 
 
 
ÜBERBLICK NEUE COVERED BONDS, FINANCIALS, STAATSANLEIHEN
 
 
 
Währungsanleihen: Schwedens Notenbanker schwächen eigene Valuta
 
 
 
ÜBERBLICK AUSGEWÄHLTE FREMDWÄHRUNGSANLEIHEN
 
 
 
WEITERE NEWSLETTER DER BAADER BANK
 
 
 
 
 
 
 
 
Fed hält die Füße still
 
Am gestrigen Abend endete das Meeting des Federal Open Market Committee (FOMC) und hierbei wurde erwartungsgemäß keine weitere Zinsanhebung beschlossen. Denn bei dieser Beratung stand weder die Projektion der US-Notenbankmitglieder auf der Agenda, noch war im Anschluss eine Pressekonferenz geplant. Somit ist erst bei der nächsten Sitzung am 12./13. Juni mit einer erneuten graduellen Zinsanpassung zu rechnen. Dies ist die Meinung der meisten Marktteilnehmer und bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von über 76% in den Kursen enthalten. Ohne die anschließenden erläuternden Worte muss man sich allerdings bis zur Veröffentlichung der Minutes gedulden, um die Gedanken der Notenbanker richtig einordnen zu können.
 
Klaus Stopp
„Es ist nicht auszuschließen, dass D.T., der Unberechenbare, mit seinen Strafzöllen der US-Wirtschaft Schaden zufügt und somit die Fed-Pläne durchkreuzt.“
 

Darüber hinaus wird von den führenden Notenbankern immer wieder darauf hingewiesen, dass im Laufe des Jahres noch mit zwei Zinsanhebungen zu rechnen sei. Ein Blick auf den Kalender lässt somit vermuten, dass vieles für Zinsschritte in den Monaten Juni/Juli bzw. September/Oktober spricht. Damit würde man sowohl den bisherigen als auch den zukünftigen Maßnahmen den notwendigen Raum zur Entfaltung bieten. Der seit Februar des Jahres für die US-Notenbankpolitik verantwortliche Jerome Powell hat bereits zu Beginn seiner Amtszeit keinen Zweifel daran gelassen, dass er die bisherige Geldpolitik seiner Vorgängerin fortsetzen wird. Dies ist zumindest der Plan - und die aktuellen Wirtschaftsdaten sprechen dafür. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge der angedachten Strafzölle und der damit verbundenen Gegenmaßnahmen der betroffenen Wirtschaftsräume auch die USA konjunkturellen Schaden erleiden werden. Denn bei Handelskriegen gibt es in Summe immer nur Verlierer.

Man darf also gespannt sein, was D.T., der Unberechenbare, sich in den kommenden Monaten wird einfallen lassen und ob anschließend der Fed-Präsident auch weiterhin seiner Linie treu bleiben kann.

Klaus Stopp, Head of Market Making Bonds der Baader Bank
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 





Draghi hält den Ball flach.











Frühestens im Juli ist der Einstieg in den Ausstieg zu erwarten.





















Zustimmung von Schweizerischer Nationalbank
 
Vorsicht ist die Mutter der EZB-Kiste
 
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet den Ball flach gehalten. Angesichts eines eskalierenden Handelsstreits mit den USA und einer möglichen Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung fällte die Notenbank vergangene Woche keinen Beschluss über eine Eindämmung ihrer expansiven Geldpolitik. Ein großes Ausmaß an geldpolitischem Stimulus sei immer noch erforderlich, zeigte sich EZB-Chef Mario Draghi überzeugt. Daher sei eine „Politik der ruhigen Hand“ geboten, die mit „Vorsicht, Geduld und Beharrlichkeit“ einhergehe.

Immerhin liegt der Hauptrefinanzierungssatz bereits seit März 2016 bei 0,0%. Zudem dauert das 2,5 Billionen € schwere Ankaufprogramm von Anleihen weiter an – und zwar mindestens bis September 2018. Zurzeit wird an den Börsen eine Einstellung der Ankäufe zum Jahresende erwartet. Angesichts der bisherigen, abwartenden Haltung der EZB ist nun die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Notenbank frühestens im Juli den Einstieg in den Ausstieg aus einer ultralockeren Geldpolitik verkünden wird. Das Ende des Ankaufprogramms mag damit näher rücken. Eine erste Zinsanhebung des Satzes von Überschusseinlagen bei der EZB von minus 0,40% erscheint derzeit für Mitte 2019 als möglich, was gestern auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann bei einer Veranstaltung in Mannheim als „nicht ganz unrealistisch“ bezeichnete.

Allerdings ist für Draghi das Risiko gestiegen, dass er den optimalen Zeitpunkt für den Ausstieg verpasst. Dies wäre dann der Fall, wenn sich die Konjunkturdaten weiter abschwächen würden – ein Szenario, das auch stark von der Entwicklung des Handelsstreits mit den USA beeinflusst werden dürfte. Beobachter wie Jan Holthusen, Rentenexperte der DZ-Bank, sehen einen gelungenen Spagat von Draghi. Einerseits hat demnach der EZB-Präsident die jüngste Konjunkturabschwächung nicht überdramatisiert und andererseits wurden keine großen Erwartungen auf bevorstehende Zinserhöhungen geschürt.

Zustimmung erntet Draghi auch von der Schweizerischen Nationalbank, die eine Straffung der monetären Bedingungen als verfrüht ansieht, würde sie doch nach deren Lesart die positive Wirtschaftsdynamik unnötig aufs Spiel setzen. Sowohl die Negativzinsen als auch die Bereitschaft zu Interventionen hält die Notenbank in Zürich, die mit ihrer Währung stark am Euro hängt, daher für notwendig.
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 









Oberhaus erkämpft sich Vetorecht über EU-Austritt.







Brexit lässt britische Wirtschaft stagnieren.










Oettinger präsentiert die Rechnung ohne die Briten.
 
Aufstand der Lords
 
Nach dem Votum des britischen Unterhauses (House of Commons) hat nun auch das Oberhaus (House of Lords) der Regierung von Premierministerin Theresa May eine Niederlage bereitet. Beide Kammern haben für eine Änderung des Brexit-Gesetzes votiert, wonach das Parlament einen EU-Austritt ohne Vertrag mit Brüssel ablehnen kann. Die von dem Perücken-Club der Lords verabschiedete Änderung sieht vor, dass neue Verhandlungen vorgeschlagen werden könnten und dass auch ein Verbleib in der EU beschlossen werden könnte. Mit diesem Votum wird erneut die Zerrissenheit der Regierungspartei der Tories in der Frage des für März 2019 geplanten EU-Austritts deutlich. Bedeutet die jetzige Abstimmung doch so etwas wie ein Vetorecht gegen den Brexit! Denn dies gilt auch für einen harten Brexit ohne Deal.

Angesichts des drohenden Brexits stottert die britische Wirtschaft zunehmend. Während in der EU die Konjunktur brummt, hat die Wirtschaft auf der Insel im 1. Quartal mit einem Zuwachs gegenüber dem Vorquartal von 0,1% kaum mehr als stagniert. Dies ist das niedrigste Plus seit fünf Jahren. Das jährliche Wachstum ging von 1,4% auf 1,2% zurück und das macht auch die ursprünglich für den 10. Mai für möglich gehaltene Zinsanhebung eher unwahrscheinlich. Zumindest deuten die Kommentare des Notenbankchefs darauf hin.

Indessen befasst sich die EU mit den Brexit-Folgen für den eigenen Haushalt. Immerhin war Großbritannien ja bisher nach Deutschland der größte Nettozahler. Daher werden jährlich bis zu 14 Mrd. € fehlen. Haushaltskommissar Günther Oettinger, der gerade ohnehin die Haushaltspläne für den Zeitraum 2021 bis 2027 aufstellt, veranschlagt die deutschen Mehrausgaben auf 12 Mrd. €. Davon entfallen 3,5 bis 4 Mrd. € auf den EU-Austritt der Briten, um die zu erwartende Brexit-Lücke im Budget zu schließen und neue Aufgaben wie den Außengrenzschutz zu finanzieren.

Und es soll wegen des Brexits in der EU auch gespart werden. So wird insbesondere bei der Regionalförderung der Rotstift angesetzt. Um 5% bis 10% sollen laut Oettinger in diesem Bereich die Fördermittel gekürzt werden.

Auch die EZB sowie die Bank of England (BoE) bereiten sich auf den Brexit vor. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe soll sich 2019 damit befassen, wie Gefahren für Finanzdienstleister kontrolliert werden können - womöglich um das Schlimmste zu verhindern.
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 






















Wirtschaft auf Wachstumskurs, allerdings auf niedrigem Niveau





Milchmädchenrechnung mit Primärüberschuss







Mitgift für Rückkehr an die Kapitalmärkte
 
Hellas braucht weiterhin milliardenschwere Krücken
 
Der Tag der Entscheidung naht. Bis zum 20. August läuft das dritte Hilfsprogramm über 86 Mrd. € für Griechenland. Doch bereits Ende Juni muss für die europäischen Geldgeber und für den internationalen Währungsfonds (IWF) klar sein, wie es mit Hellas weitergeht. Seit 2010 wurde das hochverschuldete Land mit drei Kreditprogrammen der internationalen Geldgeber mehrfach vor dem Staatsbankrott bewahrt.

Mit dem Geld bezahlte Athen seine Schulden an internationale Banken zurück. Die sind jetzt fein raus, dafür sitzen die Eurogruppe und der IWF als neue Gläubiger auf ihren Forderungen - und plädieren nun für Schuldenerleichterungen zugunsten von Griechenland. Sowohl die EU-Kommission als auch der IWF fordern einen Schuldenschnitt für das Land. Ebenso äußert sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Immerhin ist die griechische Wirtschaft von niedrigem Niveau kommend auf Wachstumskurs geschwenkt. So rechnet die OECD für dieses Jahr mit einem Plus von 2% und im kommenden Jahr mit 2,3%. Auch bei der Sanierung des Haushalts 2017 hat Athen die Vorgaben der internationalen Geldgeber erfüllen können. So konnte man mit gut 7 Mrd. € einen Primärüberschuss erzielen, der doppelt so hoch lag wie die Vorgaben. Nun soll Athen wieder alleine am Kapitalmarkt zurechtkommen können.

Das klingt alles wunderbar, doch klammert der Primärüberschuss die Zinszahlungen aus, die angesichts der Schuldensituation von Hellas in Höhe von 330 Mrd. € oder 180% der Wirtschaftsleistung enorm sind. Das Ganze klingt also stark nach einer Milchmädchenrechnung!

Außerdem beabsichtigen Griechenlands Gläubiger, Athen trotz offenbarer wirtschaftlicher Genesung einen Finanzpuffer für die Zeit nach dem Auslaufen des dritten Hilfsprogramms zu genehmigen. Offenbar ist hier ein Betrag von 10 bis 12 Mrd. € als eine Art Mitgift für die Rückkehr an die Kapitalmärkte vorgesehen. Der Geldpuffer sei wichtig, damit Athen wieder „vollen Zugang" zu den Finanzmärkten erhält, sagte Eurogruppenchef Mário Centeno.

So mag das Land zwar nicht mehr auf der Intensivstation liegen. Um es aber als gesund aus der Obhut der Hilfsprogramme zu entlassen, benötigt es jedoch noch milliardenschwerer Krücken, um an den Kapitalmärkten einigermaßen gehen zu können.
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 




Trump verlängert Frist








US-Präsident strebt Quotenregelung an.







Hat sich Trump verzockt?









EU bleibt bisher klar bei ihrer Linie.
 
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
 
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das mag auch für die Fristverlängerung von D. T., dem Unberechenbaren, gelten, der nun erst bis zum 1. Juni über Strafzölle für Importe aus der EU entscheiden will. Damit stellt er den Europäern, aber auch Kanada und Mexiko ein neues Ultimatum. Gleichzeitig gab es eine Einigung über eine Quotenregelung mit Südkorea, aber auch Argentinien, Australien und Brasilien.

Die große Frage ist nun, was bis Ende Mai passieren wird. Wichtig ist für die Europäer, dass sie sich angesichts der Drohungen des US-Präsidenten nicht auseinanderdividieren lassen und insbesondere Berlin und Paris mit einer Stimme sprechen. Trump strebt Quoten an, die wie eine Obergrenze die Liefermengen einschränken. Als Basis könnten die Liefermengen von 2017 gelten. Damit könnte das Gleiche erreicht werden wie mit Zöllen, nämlich eine bessere Auslastung der US-Stahlwerke und Aluminiumhütten.

Während die Drohgebärden von Trump aber dazu geführt haben, dass Südkorea, Argentinien, Australien und Brasilien auf eine Quotenregelung eingegangen sind, ist die EU hart geblieben. Hat sich hier der US-Präsident womöglich verzockt? Immerhin hat die EU-Kommission ja deutlich gemacht, dass sie nicht unter dem Druck eines Ultimatums Zugeständnisse machen würde. Vielmehr würde sie bei der Einführung von Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium ihrerseits Strafzölle auf US-Produkte wie Orangensaft, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Jeans erheben.

So beharrt die EU-Kommission darauf, dass sich Trump zu einer permanenten Ausnahme der EU von den Schutzzöllen bereiterklären müsse. Erst dann könne man auch über einen umfassenden Wegfall transatlantischer Zölle reden. Bestandteil einer Einigung könnte aus Sicht der EU die Erhöhung der Quote zur zollfreien Einfuhr von Rindfleisch aus den USA sein. Jedenfalls ist die EU bisher sehr klar bei ihrer Linie geblieben und ist nicht vor Trumps Muskelspielen zurückgeschreckt. Es ist zu hoffen, dass diese Strategie am Ende belohnt wird.
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 


















Gegensteuern der Notenbank




Verschuldungsgrad in China 165%, in den USA 72,2%
 
China mit hoher Schuldenlast
 
Wer dachte, dass China, das immense Devisenreserven angehäuft hat, ohne Schulden auskommt, ist einem Irrtum aufgesessen. Bereits seit Jahren macht der Internationale Währungsfonds (IWF) auf diese Problematik aufmerksam und hat entsprechende Berechnungen durchgeführt. Demnach sind die Verbindlichkeiten von Staat, privaten Haushalten und Unternehmen – außerhalb des Finanzsektors – Ende 2017 auf 282% der Wirtschaftsleistung gestiegen. Ende 2008 lag der Wert noch bei 158%. Eine solche Entwicklung hat das Potential, Verwerfungen im Finanzsystem zu erzeugen. Denn bei einer merklichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums kann das gesamte Konstrukt wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen.

Ein erstes Indiz für ein Schuldenproblem Chinas ist nicht zuletzt darin zu sehen, dass die Notenbank per 25. April den Mindestreservesatz für einige Geldhäuser um 100 Basispunkte gesenkt hat, um den Banken die Möglichkeit zu geben, die Wirtschaft mit neuen Krediten weiter anzukurbeln. Jedoch geht man hiermit ein großes Risiko seitens der Notenbanker ein. Denn nach jüngsten Berechnungen belaufen sich die Schulden chinesischer Unternehmen auf 165% der jährlichen Wirtschaftsleistung. Verglichen mit dem Verschuldungsgrad der US-Unternehmen i. H. v. 72,2% lässt das nichts Gutes erahnen. In Kombination mit einem Wert von 48% bei der Höhe der Verbindlichkeiten der privaten Haushalte kann man gut und gerne behaupten, dass auch China ein Schuldenproblem hat.

Noch sind die Immobilienpreise in den großen Städten Chinas stabil geblieben, lediglich in Teilen von Peking und Shanghai kam es zu rückläufigen Preisen. Somit scheint Chinas Regierung alles im Griff zu haben, aber der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft darf nicht an Dynamik verlieren, sonst droht der globalen Konjunktur Ungemach.
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 








 
Rolls Royce nutzt die Gunst der Stunde
 
In dieser verkürzten Handelswoche waren namhafte Emittenten von Unternehmensanleihen eher selten anzutreffen, jedoch hat sich mit Rolls-Royce eine Gesellschaft, die mit Raumfahrt und Verteidigung ihr Geld verdient, mit zwei Tranchen am Kapitalmarkt refinanziert. Nicht zuletzt fordert der US-Präsident schon seit längerem die NATO-Staaten, und hierbei insbesondere die Bundesrepublik Deutschland, auf, die Militärausgaben zu erhöhen, was bei solchen Unternehmen die Ertragslage verbessern sollte.

Das britische Unternehmen hat hierzu zwei Anleihen mit jeweils 550 Mio. € aufgelegt und bei der ersten Tranche (XS1819575066) einen Kupon i.H.v. 0,875% fixiert. Dieser Bond ist am 9.05.2024 endfällig und wurde bei einem Emissionspreis von 99,293% (+45 bps über Mid Swap) angeboten. Die zweite Tranche (XS1819574929) hat eine Laufzeit bis zum 9.05.2028 und wurde zu einem Emissionspreis von 99,261% begeben, was bei einem jährlichen Kupon von 1,625% einen Emissionsspread von +70 bps über Mid Swap ergab.

Beide Gattungen wurden mit der für Privatanleger unfreundlichen Mindeststückelung von nominal 100.000 € angeboten.

Zusätzlich wurden am gestrigen Handelstag erneut vier Anleihen der französischen Immobilien- und Investmentgesellschaft Unibail Rodamco aufgelegt. Mit Laufzeiten von 5/2021 (+13 bps über Mid Swap), 9/2025 (+43 bps über Mid Swap), 1/2031 (+70 bps über Mid Swap) und 5/2038 (+85 bps über Mid Swap) wurden insgesamt 3 Mrd. € refinanziert. Die jährlichen Zinssätze staffeln sich entsprechend der Endfälligkeit der Anleihe von 0,125% (FR0013332970) über 1,125% (FR0013332988), 1,875% (FR0013332996) bis zu 2,25% (FR0013333002).
 
 
 


 
 
 
 
   
NEUE UNTERNEHMENSANLEIHEN
 
 
 
 
Aktuelle Neuemissionen finden Sie immer auf Bondboard.
 
 
 
 
 
Fälligkeit
WKN
Kupon
Emittent
Roundlot
02.05.2022 A2LQKV 1,5000% Sixt Leasing 18/22 1.000
02.05.2023 A19Z08 1,1250% NOS SGPS 18/23 100.000
03.05.2023 A190AW 0,8750% Elering 18/23 100.000
02.05.2024 A19Z60 0,7500% Philips 18/24 100.000
02.05.2024 A19Z04 2,0000% Wienerberger 18/24 1.000
08.05.2024 A190AV 2,0000% TVO 18/24 100.000
02.05.2025 A19Z7M 1,3750% State Grid Overseas Inv. 18/25 100.000
15.05.2025 A190CB 5,1250% Atalian 18/25 Reg.S 100.000
15.05.2026 A19Z93 5,7500% Sigma Holdco 18/26 Reg.S 100.000
15.05.2026 A190CT 6,5000% Sunshine Mid 18/26 Reg.S 100.000
02.11.2026 A19Z76 2,0000% Aroundtown 18/26 100.000
02.05.2028 A19Z61 1,3750% Philips 18/28 100.000
02.05.2030 A19Z7P 2,1250% State Grid Overseas Inv. 18/30 100.000
unbefristet A19Z03 3,1250% La Poste 18/unbefr. (Fix-to-Float Nachranganleihe) 100.000


 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
MARKTDATEN AKTUELL
 
 
 
 
 
   
Sell in May and go away?
 
Diese im Mai eines jeden Jahres immer wieder verwendete Börsenweisheit ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn die Rahmenbedingungen für die einzelnen Assetklassen könnten unterschiedlicher nicht sein. So trauen sich nach einer jüngsten Umfrage nur noch wenige Privatanleger - nach den Schwankungen im April - Neuinvestitionen bei Aktien zu tätigen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, wenn die Aktienkurse angestiegen sind. Denn oftmals macht der Markt genau das Gegenteil von dem, was erwartet wird. Das trifft auch auf den Rentenmarkt zu und hatte man in der vergangenen Woche noch nach unten geschaut, so wurde beim Euro-Bund-Future zuerst die Upside getestet. Unterstützt wurde dieser Trend durch die Ergebnisse der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag. So ist nach den Ausführungen von Mario Draghi frühestens bei der kommenden Sitzung im Juni - vielleicht aber auch erst im Juli - mit einer Klarstellung zur weiteren Vorgehensweise in Sachen QE zu rechnen.

Aus diesem Grund und infolge des Renditerückgangs in den USA, wo die 3% im 10-Jahres-Bereich inzwischen wieder unterschritten wurden, hat sich der Euro-Bund-Future über der 158% festgesetzt. Charttechnisch ist ein Rückgang bis auf 158,20% als unkritisch zu werten. Lediglich bei Unterschreiten dieser Unterstützungslinie und Bruch der 158%-Marke ist mit dem noch in der Vorwoche erreichten Niveau (ca. 157,45%) zu rechnen. Somit könnte also die oben genannte Börsenweisheit auch im Rentenbereich ohne Weiteres zur Anwendung kommen. Jedoch sind zu viele Unsicherheitsfaktoren noch im Spiel, um einen eindeutigen Trend festzulegen. So muss auch der Blick nach oben gerichtet werden, denn dort ist bei 158,80% ein ausgeprägter Widerstand auszumachen.

Nach der gestrigen Fed-Entscheidung, die wie erwartet ausgefallen ist, notiert das Rentenbarometer aktuell bei ca. 158,45%, was einer 10-jährigen Bundrendite von 0,587% entspricht.
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
Aktuelle Marktentwicklung
 
Deutschland:

Der Juni-Kontrakt des richtungsweisenden Euro-Bund-Future schloss gestern mit einem gehandelten Volumen von 0,612 Mio. Kontrakten bei 158,59% (Vw.: 157,72%).

Die Trading-Range lag im Berichtszeitraum zwischen 157,74% und 158,91% (Vw.: 157,43% und 159,04%).
Der Euro-Buxl-Future (Range: 161,82% und 164,10%) schloss bei 163,20% (Vw.: 161,72%),
der Euro-Bobl-Future (Range: 130,59% und 131,07%) bei 130,95% (Vw.: 130,65%)
und der Euro-Schatz-Future (Range: 111,845% und 111,93%) bei 111,905% (Vw.: 111,86%).

Die Rendite der aktuellen 10-jährigen Staatsanleihe der Bundesrepublik Deutschland (110244 / 2028) lag im gestrigen Bundesbankfixing bei +0,58% (Vw.: +0,641%).

USA:

Zweijährige US-Treasuries rentieren bei 2,492% (Vw.: 2,479%),
fünfjährige Anleihen bei 2,804% (Vw.: 2,824%),
die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen bei 2,976% (Vw.: 3,013%)
und Longbonds mit 30 Jahren Laufzeit bei 3,151% (Vw.: 3,198%).


Am Aktien- und Devisenmarkt waren gegenüber dem Bericht der Vorwoche folgende Änderungen zu registrieren:
 
 
 
 
 
     
    Aktuell Veränderung Tendenz  
  DAX 12.802,25 +379,95  
 
  Dow Jones 23.924,98 -158,85  
 
  EUR/USD 1,1970 -0,0205  
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
Die Entwicklung der wichtigsten Credit Indizes spiegelt im Vergleich zur Vorwoche eine Verengung der Spreads wider, was auf eine verminderte Risikoeinschätzung seitens der Anleger hinweist. Steigende Anleihekurse führten zu einer Reduzierung der Rendite und somit verringerte sich der I-Traxx-Main für Unternehmensanleihen guter Qualität um 2 auf 54,5 Punkte. Der I-Traxx-Crossover für High Yield Anleihen fiel um 7,5 auf 271 Punkte.

Die I-Traxx-Indizes bilden derivative Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) ab, mit denen Investoren den möglichen Default von Unternehmensanleihen absichern.


I-Traxx Entwicklung gegenüber dem Bericht der Vorwoche:
 
 
 
 
 
     
    Aktuell Veränderung Tendenz  
  ITRAXX MAIN 54,5 -2  
 
  ITRAXX XOVER 271 -7,5  
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 











5-Jahresrendite bei Bund nur noch leicht im Minus
 
Verschnaufpause in den USA
 
In dieser in Europa feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche wurden in den USA lediglich Geldmarktpapiere mit den üblichen Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten im Gesamtvolumen von 135 Mrd. USD zum Kauf angeboten.

In Euroland hingegen wurde am gestrigen Mittwoch von der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland die aktuelle 5-jährige Bundesobligation Serie 177 (114177) um 3 Mrd. € auf insgesamt 14 Mrd. € aufgestockt. Die Zuteilung der knapp überzeichneten Gattung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,04% und nominal 524 Mio. € wurden zur Marktpflege umgebucht.

Am heutigen Donnerstag werden noch die Emissionsvolumen diverser Altemissionen Frankreichs (A18YPD / 2026 ; A19QFA / 2028 ; A19VU4 / 2034 ; A19HR9 / 2048) und Spaniens (A19JJJ / 2021 ; A1805F / 2021 ; A19VKR / 2028 ; A181RK / 2066) erhöht, so dass insgesamt ca. 16 Mrd. € von den drei Staaten refinanziert wurden.
 
 
 


 
 
 
 
   
NEUE COVERED BONDS, FINANCIALS, STAATSANLEIHEN
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fälligkeit
WKN
Kupon
Emittent
Roundlot
23.01.2023 UX3PPF 0,6250% UBS AG London Branch 18/23 200.000
24.04.2023 A19ZMG 0,3750% Commonwealth Bk. Aust cov. 18/23 100.000
27.04.2023 A1RQC8 0,1250% Hessen Landessch. 18/23 1.000
30.06.2023 A2G9HC 0,2500% DG Hyp HPF 18/23 1.000
17.04.2025 A2LQKN 0,3750% Bundesländer 54 18/25 1.000
23.04.2025 A2GSNW 0,3750% KfW 18/25 1.000
24.04.2025 A19ZSY 1,7500% Indonesien 18/25 100.000
26.04.2026 A19ZTY 0,6250% Rabobank cov. 18/26 100.000
25.04.2028 BA0AJ2 1,6620% Bank of America 18/28 var. 100.000
30.04.2035 A19Z4A 1,4500% Ville de Paris 18/35 100.000
26.04.2038 A19ZTZ 1,5000% Rabobank cov. 18/38 100.000
27.04.2038 A19Z4D 1,5000% Nederlandse Waterschapsbank 18/38 100.000
unbefristet A19Y83 5,0000% BAWAG Group 18/unbefr. (Fix-to-Float Nachranganleihe/CoCo) 200.000
unbefristet A19ZQR 4,2500% KBC Group 18/unbefr. (Fix-to-Float Nachranganleihe/CoCo) 200.000


 


 
 
 
 
 
 
 
 
 





















 
Schwedens Notenbanker schwächen eigene Valuta
 
Wer seine Chancen nicht nutzt, schafft es nicht in das Finale der Champions League. Diese leidvolle Erfahrung musste am Dienstag der FC Bayern München machen. Im Gegensatz hierzu präsentiert sich der Greenback momentan in bestechender Form und nutzt jede Schwäche der anderen Valuten gnadenlos aus.

So hat auch die europäische Gemeinschaftswährung zurzeit wenig entgegenzusetzen und fiel erstmals seit Mitte Januar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1,20 USD, was kein guter Start in den Wonnemonat Mai ist. Zwischenzeitlich handelte die Einheitswährung bei 1,1938 USD und durchbrach damit die 200-Tages-Durchschnittslinie. Dies könnte ein Hinweis auf eine Trendumkehr sein. Nach der Sitzung der US-Währungshüter am gestrigen Mittwochabend handelt der Euro heute Morgen immer noch unterhalb der Marke von 1,20 USD, und zwar bei 1,1970 USD.

Trotz seiner aktuellen Schwächephase konnte der Euro wenigstens im Vergleich zur schwedischen Krone ein neues Mehrjahreshoch erreichen. So stieg die Einheitswährung in der Spitze bis auf 10,6807 SEK und notierte damit so hoch wie zuletzt im Juni 2009. Hintergrund dieser Entwicklung waren zurückhaltende Aussagen der schwedischen Notenbanker zu künftigen Zinserhöhungen, nachdem in der vergangene Woche der Leitzins unverändert bei -0,50% belassen wurde.

In einer verkürzen Handelswoche setzten Privatanleger vorwiegend auf Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, südafrikanische Rand, russische Rubel sowie auch australische Dollar und türkische Lira.
 
 
 


 
 
 
 
   
AUSGEWÄHLTE FREMDWÄHRUNGSANLEIHEN
 
 
 
 

 
 
 
 
 
Währung
Fälligkeit
WKN
Kupon
Emittent
Roundlot
AUD 13.04.2021 A19ZC2 3,2500% VW Fin. Serv. Australia 18/21 AUD 10.000
AUD 30.01.2023 A2G8XE 3,7500% Deutsche Bk. Syd. 18/23 AUD 10.000
AUD 22.11.2027 A19SJQ 4,2500% Lloyds Bank 17/27 AUD 10.000
BRL 01.10.2018 A11QY0 10,0000% KfW 14/18 BRL 5.000
BRL 28.06.2021 A19KLA 7,2500% EIB 17/21 BRL 5.000
CAD 18.01.2023 A19U0N 2,3750% EIB 18/23 CAD Reg.S 1.000
CAD 19.08.2024 A19M9Q 2,5130% Apple 17/24 CAD 2.000
GBP 12.09.2022 A19LA0 1,7500% VW Fin. Serv. 17/22 GBP 1.000
GBP 12.04.2025 A19F23 2,2500% VW Fin. Serv. 17/25 GBP 1.000
INR 28.10.2019 A188DP 5,7500% Weltbank 16/19 INR 50.000
MXN 16.08.2018 A1HPVJ 4,0000% Weltbank 13/18 MXN 1.000
MXN 09.06.2022 A19BUJ 7,5000% EIB 17/22 MXN 1.000
NOK 19.04.2022 A19ZEW 1,5000% Kommunalbanken 18/22 NOK 10.000
NOK 26.01.2024 A19B41 1,5000% EIB 17/24 NOK 10.000
NZD 02.02.2023 A19VS4 3,3750% Rabobank 18/23 NZD 2.000
NZD 02.02.2023 A19VGE 3,0000% Weltbank 18/23 NZD 1.000
RUB 27.05.2020 A1HSRN 6,4000% Russische Föd. 13/20 RUB 1.000
RUB 20.03.2023 A19XLM 5,5000% IFC 17/23 RUB 100.000
TRY 13.10.2021 A19QPP 10,0000% EBRD 17/21 TRY 1.000
TRY 29.04.2024 A1ZG58 10,5000% EIB 14/24 TRY 1.000
USD 09.10.2022 A1HA0K 2,7000% General Electric Co. 12/22 USD 2.000
USD 12.04.2023 A19Y5P 3,4500% BMW US Cap. 18/23 USD Reg.S 2.000
USD 03.05.2023 A1HKKX 2,4000% Apple 13/23 USD 2.000
USD 12.01.2024 A19YJD 3,5000% Anheuser-Busch InBev WW 18/24 USD 1.000
ZAR 30.01.2019 A1HPHW 7,5000% EIB 13/19 ZAR 10.000
ZAR 18.08.2025 A1Z497 8,7500% EIB 15/25 ZAR 5.000


 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank und berichtet in seinem wöchentlichen Newsletter über Entwicklungen an den Finanzmärkten. Mit speziellem Fokus auf Aktien erhalten Anleger eine fundierte Analyse der marktbewegenden Ereignisse und eine klare Einschätzung der Börsensituation, immer vor dem Hintergrund der politischen Großwetterlage.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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