10. März 2016
Eine Zinsentscheidung jagt die nächste
Kärnten droht wegen Heta die Pleite
BaFin fordert zusätzliche Eigenkapitalpuffer
London verschärft Strafrecht für Banker
EZB nimmt italienische Banken unter die Lupe
Corporate Bonds: Coca Cola löscht Durst
ÜBERBLICK NEUE UNTERNEHMENSANLEIHEN
MARKTDATEN AKTUELL
Euro-Bund-Future: Am Scheideweg
Aktuelle Marktentwicklung
Neuemissionen: Athen kann für 91 Tage 1,3 Mrd. € aufnehmen
ÜBERBLICK NEUE COVERED BONDS, FINANCIALS, STAATSANLEIHEN
Währungsanleihen: Euro im Bann der EZB
ÜBERBLICK AUSGEWÄHLTE FREMDWÄHRUNGSANLEIHEN
WEITERE NEWSLETTER DER BAADER BANK
Draghi in den Startlöchern für weitere geldpolitische Schritte
Weil die Eurozone von dem seitens der EZB ausgerufenen Inflationsziel in Höhe von 2% immer noch meilenweit entfernt ist und die Konjunktur nicht recht in Gang kommen will, bröckelt das Vertrauen in die Geldpolitik. Welche weiteren geldpolitischen Maßnahmen wird uns Mario Draghi im Anschluss an die heutige Ratssitzung der EZB auftischen? Dass der EZB-Präsident nachlegen wird, gilt als ausgemachte Sache. Erwartet wird eine weitere Senkung des Einlagezinses für Banken von minus 0,3% auf mindestens minus 0,4%.
Klaus Stopp
„Der Spielraum, welcher der EZB verbleibt, wird immer geringer.“
Dieser Schritt ist bereits an den Märkten eingepreist und ich gehe sogar von minus 0,5% aus. Denn viele Notenbanker nehmen oftmals einen Währungskrieg zur Ankurbelung der Inflation und Konjunktur billigend in Kauf, obwohl die Halbwertzeit dieser Maßnahme sehr gering ist. Als Alternative bzw. Ergänzung ist allerdings auch eine Ausweitung des QE-Programms, etwa durch eine Laufzeitverlängerung über März 2017 hinaus oder eine Erhöhung des monatlichen Kaufvolumens, das derzeit bei 60 Mrd. € liegt, möglich. Das wäre aber nach meiner Einschätzung keine gute Lösung, da sich die EZB ohnehin schon oftmals ihrer Maximalgrenze von 33% nähert, bis zu der sie Anleihen eines Landes überhaupt ankaufen darf. Außerdem muss man feststellen, dass der Anleihenmarkt ohnehin schon weitestgehend leergefegt ist.

Der Spielraum, welcher der EZB verbleibt, wird also immer geringer. Zumal trotz radikaler Niedrigzinspolitik die erhofften Wirkungen bisher ausgeblieben sind. So freuen sich Investoren zwar über Geldspritzen, die den Aktienmarkt anheizen sollen, zweifeln aber vielfach an der Wirksamkeit der anhaltenden Geldschwemme und stellen sich die Frage, ob es gelingen kann, diese schadlos wieder zu beenden. Eine Exit-Strategie ist allerdings nicht existent.

Nicht nur hier offenbaren sich die unangenehmen Nebenwirkungen, welche die expansive Geldpolitik mit sich bringt. Längst schlagen die Maßnahmen auf die Erträge von Versicherern und Kreditinstituten durch, so dass die Sparkassen-Finanzgruppe verständlicherweise vor weiteren expansiven Maßnahmen der EZB warnt. „Vor allem leistet die EZB mit übereilten geldpolitischen Maßnahmen einer Krisenstimmung und damit einem weiteren Vertrauensverlust im Euroraum Vorschub“, heißt es in einem Positionspapier der Chefvolkswirte der Sparkassengruppe. Daher legen sie der EZB nahe, sich stattdessen für einige Zeit von dem hoch gesteckten Ziel der angestrebten Inflationsrate zu verabschieden. In einer Zeit ausgeprägter Wirtschaftsschwäche sei dieses Ziel ohnehin nur schwer zu erreichen. Außerdem droht die Glaubwürdigkeit der Notenbank Schaden zu nehmen, wenn sie permanent trotz höchstem Aktionismus ihre eigenen Ziele verfehlt. Darüber hinaus rechnen die Volkswirte ohnehin für den Euroraum damit, dass sich die Inflationsraten spätestens 2018 dem Zielwert 2% nähern würden – und zwar ohne zusätzliche Maßnahmen, allein schon über die Basiseffekte. Dann hätte die EZB ihr Pulver umsonst verschossen und jede Menge Kollateralschäden verursacht.

Für heute dürfte zumindest insofern die Sache klar sein, dass Draghi die Märkte nicht enttäuschen will – so wie er es im Dezember getan hat, als die EZB den Einlagezins auf minus 0,3% senkte und das QE-Programm bis März 2017 verlängerte. Doch den Marktteilnehmern war dies zu wenig und infolgedessen drehten damals die Aktienkurse Richtung Süden ab.

Die spannende Frage für heute wird nun sein, ob dieses Mal die hohe Erwartungshaltung der Börsianer und Investoren erfüllt werden kann oder es zum Déjà-vu kommen wird.


Klaus Stopp, Head of Market Making Bonds der Baader Bank















US-Notenbank wird in der kommenden Woche das Pulver nochmals trocken halten.

























Die Geldpolitik der ruhigen Hand ist gefragt.
Fed hält sich aus dem Vorwahlkampf raus
Die Notenbanken sind bereits seit mehreren Jahren zu marktbeherrschenden Größen an den internationalen Finanzmärkten geworden, weshalb die geldpolitischen Entscheidungen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Waren in dieser Woche die Blicke der Börsianer noch auf die Europäische Zentralbank (EZB) gerichtet, so wird in der kommenden Woche die Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank (Fed) im Fokus der Investoren sein.

Nach den zuletzt positiven US-Konjunkturdaten spricht zwar einiges für eine erfolgreiche Stimulierung der US-Wirtschaft und somit auch für eine mögliche Zinsanhebung in den USA. Doch wäre dieser Schritt verfrüht, zumal die Zinsanhebung vom Dezember vergangenen Jahres noch zu frisch ist, und man die Finanzmärkte nicht übereilt vor neue Herausforderungen stellen sollte. Die Wirtschaftsdaten signalisieren zwar, dass die erste Zinsanhebung gut verdaut wurde, aber wie so oft ist weniger auch mal mehr. Daher dürfte die US-Notenbank kommende Woche ihr Pulver nochmals trocken halten.

Sicherlich spielt auch die nahende US-Präsidentschaftswahl am 8. November eine nicht zu unterschätzende Rolle bei zukünftigen Zinsentscheidungen in den USA. In der Vergangenheit hat es die Fed stets vermieden, sich mittels Geldpolitik direkt oder indirekt zur aktuellen Wirtschaftspolitik zu äußern und auf diesem Weg eine Bewertung vorzunehmen. Noch hat man die Zeit, um in aller Ruhe die weitere Entwicklung aller marktbestimmenden Komponenten der Zinspolitik auszuwerten und zu analysieren, um gegebenenfalls im Juni reagieren zu können. Neben den Rohstoffpreisen und der damit zusammenhängenden Inflation sind auch andere Komponenten wie beispielsweise die Arbeitsmarktdaten zu berücksichtigen. Auch die Tatsache, dass sich Auswirkungen der Fed-Beschlüsse nicht nur auf den Wirtschaftsraum der USA beschränken lassen, müssen die Notenbanker in ihr Kalkül mit einbeziehen. Die Volkswirtschaften in China, Russland und den Schwellenländern würden unter einer erneuten US-Zinsanhebung massiv leiden und zur Stützung ihrer eigenen Währung gezwungen sein.

Somit bleibt es auch nach der Zinsentscheidung der EZB spannend und erst am kommenden Mittwoch wissen wir, welche Gedanken sich die Fed-Mitglieder unter dem Vorsitz ihrer Präsidentin, Janet Yellen, gemacht haben. Die Geldpolitik der ruhigen Hand ist gefragt und es bleibt uns nur zu hoffen, dass dies auch auf die Reaktionen der Marktteilnehmer zutrifft.














Der geplante Milliardendeal mit den Gläubigern der ehemaligen österreichischen Krisenbank Heta droht zu scheitern.




Kärnten steht vor der Insolvenz.
Boxkampf um die Heta
Für den Fall, dass die Gläubiger der Hypo-Bad-Bank Heta einem Schuldenschnitt nicht zustimmen, will der Kärntner Landeshauptmann, Peter Kaiser (SPÖ), „die Boxhandschuhe“ anziehen, wie er sagt. Bisher sei man mit Samthandschuhen vorgegangen. Denn kommt es zu keiner Einigung, steht Österreich ein Novum bevor: Die erste Pleite eines Bundeslandes.

Am morgigen Freitag läuft das Angebot aus Kärnten für die Heta-Gläubiger ab, das Letztere bislang ablehnen. Kärnten, das Nachbesserungen definitiv ausschließt, droht damit ein jahrelanger Rechtsstreit, dem allerdings nun tatsächlich eine Insolvenz vorangehen könnte. Das Bundesland Kärnten haftet für Anleihen der ehemaligen Hypo Alpe Adria i.H.v. 11 Mrd. €. Mehrere Investorengruppen hatten zuvor das aufgebesserte Angebot für den Rückkauf ihrer Heta-Anleihen abgelehnt. Eine große Gläubigergruppe, der u.a. die Commerzbank, die HSH Nordbank und die Deutsche Pfandbriefbank angehören, hält Heta-Papiere im Volumen von über 5 Mrd. €. Doch das Angebot kann nur wirksam werden, wenn zwei Drittel zustimmen und somit kann diese Gruppe alleine den Deal platzen lassen. Und auch die deutschen Versicherer pochen auf Erfüllung der unwiderruflichen Garantie des Bundeslandes und lehnen infolgedessen ebenfalls das Angebot Kärntens über eine finanzielle Beteiligung i.H.v. 1,2 Mrd. € ab. Hierin sieht Kärnten nämlich die Schmerzgrenze dessen, was es leisten könne. Und nur für dieses Angebot gibt es für Kärnten die Kreditierung durch den Bund. Das Angebot läuft am 11. März aus. Danach gibt es keine Chance mehr für die Gläubiger, doch noch zuzustimmen.

Nun spekulieren viele Anleger darauf, dass Österreich dem Bundesland zu Hilfe kommt, um dessen Insolvenz zu verhindern. Doch zuvor wird die zuständige Finanzmarktaufsicht (FMA) einen Schuldenschnitt bei der Bad Bank machen, der spätestens Ende Mai erfolgen muss. Bis dahin läuft das über die Heta verhängte Schuldenmoratorium. Auch eine Rückzahlung sämtlicher Heta-Anleihen ist bis dahin gestoppt.

Würden die Gläubiger das Angebot über insgesamt 7,8 Mrd. € annehmen, verzichteten sie auf rund 3 Mrd. €. Das Bundesland argumentiert, dass bei einem Rechtsstreit am Ende für alle Forderungen weniger bleiben als bei einer Annahme des vorliegenden Angebots. Verlässlichkeit sieht anders aus!






National systemrelevante Banken müssen zusätzliche Eigenkapitalpuffer aufbauen.

BaFin legt die Daumenschrauben an
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) zieht für insgesamt 15 deutsche Institute die Daumenschrauben an. Weil sie als national systemrelevant gelten, müssen diese Institute weitere Kapitalpuffer anlegen, die über die Mindestanforderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hinausgehen. So hat die BaFin die entsprechenden Banken, zu denen die BayernLB, Commerzbank und Deutsche Bank sowie die DekaBank, aber auch die LBBW gehören, aufgefordert, innerhalb einer Übergangsfrist einen Kapitalpuffer zwischen 50 und 150 Basispunkten aufzubauen, wie die „Börsenzeitung“ schreibt.

Die Gruppe der betroffenen Institute deckt sich weitestgehend mit dem Kreis der bereits 2013 als national systemrelevant definierten Häuser, ausgenommen der Töchter ausländischer Großbanken. Daher trifft die Forderung nach einem Zusatzpuffer die Banken auch nicht ganz unvorbereitet. So haben bereits mehrere der relevanten Institute damit begonnen, ihre Eigenkapitalquoten über das von der EZB geforderte Maß hinaus auszubauen, um zukünftig Krisen besser überstehen zu können.






Bei „rücksichtslosem Fehlverhalten“ drohen Haftstrafen von bis zu sieben Jahren.
London verschärft Strafrecht für Banker
Ausgerechnet (oder gerade) Großbritannien, wo die Bedeutung der Finanzwirtschaft überdurchschnittlich ist und auf eine lange Tradition verweisen kann, hat einen neuen Straftatbestand für Banker eingeführt. Spitzenbanker, die künftig - Finanzjongleuren gleich - fahrlässig hohe Summen verzocken, drohen nun bei „rücksichtslosem Fehlverhalten“ Haftstrafen von bis zu sieben Jahren oder unbegrenzte Geldbußen.

Der neue Straftatbestand zeigt laut dem konservativen Finanzminister George Osborne, dass Großbritannien die „Lehren aus der Vergangenheit gezogen hat”. Man habe die Bankenregulierung reformiert, um ein stärkeres und sicheres Finanzsystem zu schaffen, argumentiert er. Demnach müssen die Banker in der Londoner City nun mit einigen „der härtesten Sanktionen in der Welt rechnen“.

Mit den strengen Regeln reagiert London auf eine der Hauptforderungen einer parlamentarischen Kommission, die nach dem Skandal um die Manipulation des globalen Referenzzinses Libor eingesetzt worden war. In der Folge des Liborskandals hatten Banken insgesamt 9 Mrd. US-Dollar an Strafen gezahlt, darunter die Deutsche Bank. Auch hat ein Londoner Gericht mittlerweile eine erste Haftstrafe in der Zinsaffäre verhängt. So muss der ehemalige UBS-Banker Tom Hayes wegen seiner Rolle bei den Libor-Manipulationen sogar für 11 Jahre ins Gefängnis.








EZB nimmt italienische Banken unter die Lupe
Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt die Kapital- und Liquiditätsniveaus mehrerer italienischer Banken verstärkt unter die Lupe. Dies meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Angesichts einer Schuldenlast von rund 200 Mrd. € hatten Zweifel an der Stabilität der betroffenen Institute deren Aktienkurse geschwächt.

Die EZB überprüft den Meldungen zufolge täglich die Liquidität unter anderem der Banken Monte dei Paschi di Siena und Banca Carige. Bisher hatte die EZB mehrere Institute, in deren Bilanzen sich ein Berg fauler Kredite gebildet hat, zur Stärkung ihrer Kapitalpolster gedrängt. Grundsätzlich gehört die Überwachung von Kapital- und Liquiditätsniveaus zur gängigen Praxis der EZB. Auch die Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca soll die EZB im Visier haben, wie die Zeitung „La Repubblica“ schreibt.

Diese besondere Art der Zuwendung wirft zusammen mit der Einschätzung der EU-Finanzminister, dass Italien mit seinem diesjährigen Haushalt gegen die Defizitregeln der Währungsgemeinschaft verstoßen wird, ein besonderes Licht auf das südeuropäische Land.



















Covestro entscheidet sich für eine kleinste Stückelung von nominal 1.000 €.




Coca Cola löscht Durst
In der Hoffnung, dass viele Investoren - entsprechend der Werbung - mit Coca Cola den Moment genießen, hat sich der US-amerikanischen Hersteller von Erfrischungsgetränken entschlossen, eine Unternehmensanleihe am Kapitalmarkt zu begeben.

So wurde ein 8 1/2-jähriger 600 Mio. € schwerer Bond (A18YV1) mit Fälligkeit am 11.11.2024 und einer jährlichen Zinszahlung von 1,875% aufgelegt. Der Emissionspreis (99,671%) entsprach einem Spread von +150 bps über Mid Swap. Coca Cola entschied sich bei dieser Anleihe für eine 100.000er Mindeststückelung und zielt somit verstärkt auf institutionelle Kunden ab.

Aber es gab auch einen Emittenten, der sich bei seinen Anleihen für die „privatanleger-freundliche“ Stückelung von 1.000 € entschied. So stillte der deutsche Kunststoffhersteller Covestro seinen Kapitaldurst mit einem Dreierpack an neuen Anleihen zu jeweils 500 Mio. €. Zuerst wurde ein 2-jähriger Floater (A169MF) zu pari begeben. Gezahlt wird bis zum Laufzeitende am 10.03.2018 ein vierteljährlicher Kupon in Höhe des 3-Monats-Euribor +60 bps. Der zweite Bond wurde als 5 1/2-jährige Anleihe (A169MG) mit Fälligkeit am 07.10.2021 und einem jährlichen Kupon von 1% aufgelegt. Der Emissionspreis von 99,586% entsprach einem Spread von +146,6 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe. Das Tripple komplettiert eine 8 1/2-jährige Anleihe (A169MH) mit Fälligkeit am 25.09.2024. Der Bond wurde mit 99,736% emittiert und mit einem jährlichen Zins i.H.v. 1,75% ausgestattet. Dies entsprach einem Aufschlag von +182 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe. Die beiden zuletzt genannten Anleihen verfügen über ein optionales Kündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option).


NEUE UNTERNEHMENSANLEIHEN
Aktuelle Neuemissionen finden Sie immer auf Bondboard.
Fälligkeit
WKN
Kupon
Emittent
Roundlot
09.03.2018 A2AAL1 0,2640% Daimler AG 16/18 FRN 100.000
10.03.2018 A169MF 0,3790% Covestro 16/18 FRN 1.000
09.09.2019 A2AAL2 0,5000% Daimler AG 16/19 1.000
10.03.2021 A18YV3 0,6250% British Telecom 16/21 100.000
07.10.2021 A169MG 1,0000% Covestro 16/21 1.000
10.03.2023 A18YV4 1,1250% British Telecom 16/23 100.000
11.03.2023 A18YYN 2,2500% Xylem 16/23 100.000
10.03.2024 A18YZT 1,5000% America Movil 16/24 100.000
14.03.2024 A18Y07 1,7500% Int. Flavor & Fragrances 16/24 100.000
25.09.2024 A169MH 1,7500% Covestro 16/24 1.000
11.11.2024 A18YV1 1,8750% Coca-Cola HBC Fin. 16/24 100.000
09.03.2026 A2AAL3 1,5000% Daimler AG 16/26 1.000
10.03.2026 A18YV5 1,7500% British Telecom 16/26 100.000
10.03.2028 A18YZU 2,1250% America Movil 16/28 100.000




MARKTDATEN AKTUELL



















Charttechnik als erster Anhalt
Hohe Erwartungen können zum Problem werden
Nun ist es endlich soweit. Super-Mario wird heute liefern und die Euro-Bund-Future Händler werden versuchen auf der sich daraus ergebenden Welle zu surfen. Wie hoch die Wellen schlagen werden, hängt insbesondere von der Wortwahl des EZB-Präsidenten ab. Doch eines kann man vorhersagen: Das durch den Rollover entstandene Gap von über 2,5 Prozentpunkten wird nicht geschlossen werden. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die Börsianer mit ihren sehr hohen Erwartungen an die Ergebnisse der Sitzung enttäuscht werden und es zu Gewinnmitnahmen kommen wird. Denn immer nur auf die Kaufkraft der EZB zu setzen und jeden Hinweis auf zusätzliche Liquidität mit einem Anstieg des Rentenbarometers zu koppeln, wird sich früher oder später als Trugschluss erweisen.

Infolge des Kontraktwechsels ist es angebracht, die Chartanalyse zu bemühen. Hierbei ergibt sich eine erste Unterstützungslinie bei 162,11% (Tiefs Ende Februar und Anfang März) und eine zweite im Bereich von 161,23% (Tiefs Anfang/Mitte Februar). Nach oben bildet die Marke von 164,00% nicht nur eine psychologische Hürde, sondern stellt auch mit dem Hoch vom 29. Februar einen echten Widerstand dar.


Aktuelle Marktentwicklung
Deutschland:

Der Juni-Kontrakt des richtungsweisenden Euro-Bund-Future schloss gestern mit einem gehandelten Volumen von 0,638 Mio. Kontrakten bei 162,21% (Vw.: 162,56%).

Die Tradingrange lag im Berichtszeitraum zwischen 161,94% und 163,29% (Vw.: 162,38% und 163,97%).
Der Euro-Buxl-Future (Range: 162,38% und 165,34%) schloss bei 163,44% (Vw.: 163,82%),
der Euro-Bobl-Future (Range: 131,10% und 131,59%) bei 131,17% (Vw.: 131,34%)
und der Euro-Schatz-Future (Range: 111,915% und 112,03%) bei 111,925% (Vw.: 111,97%).
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe (110239) lag im gestrigen Bundesbankfixing bei 0,196% (Vw.: 0,199%).

USA:

Zweijährige US-Treasuries rentieren bei 0,894% (Vw.: 0,861%),
fünfjährige Anleihen bei 1,381% (Vw.: 1,357%),
die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen bei 1,881% (Vw.: 1,854%)
und Longbonds mit 30 Jahren Laufzeit bei 2,663% (Vw.: 2,693%).

Am Aktien- und Devisenmarkt waren gegenüber der vergangenen Woche folgende Änderungen zu registrieren:
Aktuell Veränderung Tendenz
DAX 9.723,09 -53,53
Dow Jones 17.000,36 +101,04
EUR/USD 1,0980 +0,0110
Die Entwicklung der wichtigsten Credit Indizes spiegelt im Vergleich zur Vorwoche eine Verengung der Spreads wider, was auf eine verringerte Risikoeinschätzung seitens der Anleger hinweist. Steigende Anleihekurse führten zu einer Reduzierung der Rendite und somit verringerte sich der I-Traxx-Main für Unternehmensanleihen guter Qualität um 4 auf 91,5 Punkte. Der I-Traxx-Crossover für High Yield Anleihen fiel um 16 auf 375 Punkte.

Die I-Traxx-Indizes bilden derivative Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) ab, mit denen Investoren den möglichen Default von Unternehmensanleihen absichern.

I-Traxx Entwicklung seit der vergangenen Woche:
Aktuell Veränderung Tendenz
ITRAXX MAIN 91,50 -4
ITRAXX XOVER 375 -16




















Italien setzt den Schlusspunkt
Athen zahlt für 91 Tage 2,7% p.a.
In dieser Handelswoche hat sich Griechenland am Geldmarkt für 91 Tage neue finanzielle Mittel besorgt. Hierbei konnten 1,3 Mrd. € zu einer Rendite von 2,7% aufgenommen werden. In den übrigen Euroländern stockten sowohl Deutschland als auch Österreich zwei Anleihen (A0GL3F / 2021 ; A18X6P / 2026) auf. Österreich vereinnahmte damit insgesamt 1 Mrd. € und Deutschland erhöhte planmäßig das Emissionsvolumen der 10-jährigen inflationsindexierten Anleihe (103056) um 500 Mio. € auf insgesamt 6,5 Mrd. €. Die Zuteilung der deutlich überzeichneten Emission erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,72%. Die am gestrigen Mittwoch um 4 Mrd. € auf 9 Mrd. € aufgestockte 2-jährige Bundesschatzanweisung (110463) wurde bei einer Durchschnittsrendite von -0,55% abgerechnet. Den Schlusspunkt setzt am Freitag Italien mit einer Begebung einer neuen 7-jährigen Anleihe. In Anbetracht der Tatsache, dass Italien auch in diesem Jahr die Defizitregeln nicht einhalten wird, wartet man gespannt auf die Reaktion der Investoren.

In den USA hingegen konnten Kapitalsammelstellen in dieser Woche unter Wertpapieren mit diversen Laufzeiten auswählen. So wurden 60 Mrd. USD als 4-Wochen-, 37 Mrd. USD als 3-Monat- und 30 Mrd. USD als 6-Monat-T-Bill aufgelegt. Für an längeren Laufzeiten interessierten Anlegern waren allerdings auch 24 Mrd. USD als 3-jährige- sowie 20 Mrd. USD als 10-jährige-T-Note und 12 Mrd. USD als 30-jährigen-T-Bond im Angebot.
NEUE COVERED BONDS, FINANCIALS, STAATSANLEIHEN
Fälligkeit
WKN
Kupon
Emittent
Roundlot
10.03.2020 HLB089 0,3750% Helaba IHS 16/20 100.000
11.03.2021 A18YP7 0,1250% Royal Bank of Canada cov. 16/21 Reg.S 100.000
16.03.2021 A18Y20 0,2000% Dexia Credit Local 16/21 50.000
15.09.2021 A169LW 1,2500% DVB Bank 16/21 100.000
15.03.2022 A18Y1C 1,5000% HSBC Bank PLC 16/22 100.000
16.03.2022 A18Y06 0,2500% Cie Fin. Foncier 16/22 100.000
10.03.2023 A18YVW 0,3750% Bank of Nova Scotia cov. 16/23 100.000
14.03.2023 A18YVV 1,0000% Bankia Hip. 16/23 100.000
11.03.2024 MS0KTE 1,7500% Morgan Stanley 16/24 100.000
01.10.2026 PB1KLN 2,8750% BNP Paribas 16/26 (Nachranganleihe ) 100.000
15.03.2027 A18Y1D 2,5000% HSBC Bank PLC 16/27 100.000
04.04.2036 A18YZ0 1,1250% Europäische Union 16/36 1.000

























Aussie-Dollar profitiert von der Euroschwäche.


Euro im Bann der EZB
In der vergangenen Berichtswoche hatte die europäische Gemeinschaftswährung ihrem amerikanischen Pendant wenig entgegenzusetzen und stand klar auf der Verliererseite. Der Start in die neue Handelswoche jedoch verlief für die Einheitswährung Europas deutlich freundlicher. Der Euro war aufgrund der Verunsicherung um die Wirtschaft Chinas als sicherer Hafen gesucht. So stieg der Eurokurs in der Spitze bis auf 1,1057 USD, nachdem er die Woche zuvor noch um die Marke von 1,0850 USD gehandelt wurde. Im Vorfeld der heutigen EZB-Ratssitzung halten sich die Anleger etwas bedeckt und harren der Dinge, die da noch kommen werden. Aktuell notiert der Euro bei 1,0980 USD.

Aus Sorge um China standen gegenüber dem Greenback insbesondere Währungen unter Druck, die wirtschaftlich eng mit dem Reich der Mitte verbunden sind. So verlor beispielsweise der australische Dollar im Vergleich zum Greenback erheblich an Wert und notierte sogar bei 0,7527 AUD, einem Niveau das zuletzt Anfang Juli vergangenen Jahres erreicht wurde. Aber zur Freude Australiens gibt es noch Euroland. Gegenüber dem Euro konnte der Aussie-Dollar kräftig zulegen und markierte mit 1,4591 AUD sogar ein neues Jahreshoch.

In der Gunst der Privatanleger standen in dieser Handelswoche Währungsanleihen lautend auf australische Dollar, brasilianische Real sowie norwegische Kronen. Die Palette der ebenfalls stark nachgefragten US-Dollar-Anleihen wurde am gestrigen Mittwoch um 7 Anleihen von Berkshire Hathaway erweitert, wovon ab heute bereits 5 Anleihen von uns gepreist werden. Die Emissionen im Gesamtvolumen von 9 Mrd. USD waren 3-fach überzeichnet.
AUSGEWÄHLTE FREMDWÄHRUNGSANLEIHEN

Währung
Fälligkeit
WKN
Kupon
Emittent
Roundlot
AUD 27.11.2018 A1ZACR 5,7500% Anglo American Cap. 13/18 AUD 10.000
AUD 09.03.2021 A18YUC 4,0000% Credit Suisse (Sydney) 16/21 AUD 10.000
BRL 04.11.2019 A161S6 12,0000% KfW 15/19 BRL 5.000
CAD 30.10.2018 A1HSML 2,1250% Worldbank 13/18 CAD 1.000
CAD 23.07.2021 A12TY5 2,2500% Landwirtschl. Rentenbank 14/21 CAD 1.000
CNY 26.06.2017 A1ZK33 2,0000% Intl Finance Corp 14/17 CNY 10.000
CNY 30.11.2017 A1HDA0 3,7500% Volkswagen Intl. Fin. 12/17 CNY 1.000.000
MXN 03.09.2022 A0T9HE 8,3500% General Electric Co. 07/22 MXN 100.000
NOK 02.09.2020 A161SW 1,1250% KfW 15/20 NOK 10.000
NOK 19.02.2026 A18X56 1,5000% Norwegen 16/26 NOK 1.000
NZD 29.05.2020 A161HM 3,7500% KfW 15/20 NZD 1.000
PLN 25.04.2017 A1G45X 4,7500% Polen 12/17 PLN 1.000
PLN 25.04.2018 A1HCME 3,7500% Polen 12/18 PLN 1.000
RUB 22.01.2019 A1HDZN 6,1000% Rabobank 13/19 RUB 200.000
RUB 16.07.2019 A1G6Y8 7,5000% EIB Europ.Inv.Bank 12/19 RUB 50.000
TRY 06.03.2019 A1X3EC 10,0000% KfW 14/19 TRY 1.000
TRY 03.10.2024 A1ZQN1 9,2500% EIB Europ.Inv.Bank 14/24 TRY 1.000
USD 01.04.2036 A18YAH 6,6000% General Motors Co. 16/36 USD 2.000
USD 23.02.2046 A18X83 4,6500% Apple 16/46 USD 2.000
ZAR 07.06.2023 A1ZT38 7,0000% Worldbank 13/23 ZAR 10.000




WEITERE NEWSLETTER DER BAADER BANK
Nutzen Sie den Service auf Baader Bondboard und abonnieren Sie kostenlos weitere Newsletter der Baader Bank!
Weitere Newsletter_Halver_klein
Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse, Baader Bank
Halvers Kapitalmarkt Monitor
Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank und berichtet in seinem wöchentlichen Newsletter über Entwicklungen an den Finanzmärkten. Mit speziellem Fokus auf Aktien erhalten Anleger eine fundierte Analyse der marktbewegenden Ereignisse und eine klare Einschätzung der Börsensituation, immer vor dem Hintergrund der politischen Großwetterlage.

Stefan Scharffetter, Leiter Verbriefte Derivate, Baader Bank
Zertifikate Börse Newsletter
Stefan Scharffetter, Leiter Verbriefte Derivate bei der Baader Bank gibt alle zwei Wochen einen Überblick über Trends am ETF- und Derivate-Markt. Neben der Vorstellung von neuen Produkten, beschreibt er Kursentwicklungen und nimmt das Zertifikat der Woche unter die Lupe.

Baader Gebäude außen
Zentrale der Baader Bank in Unterschleißheim bei München
BAADER BANK
Die Baader Bank ist Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten und eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region.

Als Market Maker / Spezialist sind wir für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von ca. 860.000 Wertpapieren verantwortlich.
Im Investmentbanking entwickeln wir Finanzierungslösungen für Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum. Institutionellen Anlegern bieten wir umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:
Baader Bank AG
Weihenstephaner Str. 4
85716 Unterschleißheim
Deutschland
www.baaderbank.de

Redaktionell verantwortlich:
Klaus Stopp

Mitglieder der Redaktion:
P. Lechner, T. Spengler, I. Zeba

Über mögliche Interessenkonflikte und rechtliche Hinweise informieren Sie sich bitte im Disclaimer auf www.bondboard.de/Newsletter/Disclaimer.